Foto: Titelbild des Politikbereichs Gleichstellung: Fotoausschnitt mit den Gesichtern eines Mannes und zweier Frauen.

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Fr 01.06.2007

Migrantinnen fördern

In Deutschland leben heute ca. 15 Mio. Menschen, die einen Migrationshintergrund haben oder als Spätaussiedler nach Deutschland gekommen sind. Das entspricht fast einem Fünftel der Bevölkerung. 49,8 Prozent sind weiblich. In großen Städten wird 2010 möglicherweise jede / jeder Zweite einen Migrationshintergrund haben.

Hinter dem Begriff "Migration" verbergen sich sehr unterschiedliche Lebenswirklichkeiten. Es macht einen Unterschied, ob Männer oder Frauen, freiwillig oder unfreiwillig,  als deutschstämmige Spätaussiedler oder als Angehörige anderer Nationen, aus einem verwandten oder aus einem sehr fernen Kulturkreis, allein oder mit der ganzen Familie kommen. Ähnlich unterschiedlich scheint auch der Integrationsprozess zu verlaufen. Während Frauen, insbesondere der zweiten und dritten Migrantionsgeneration sich auch an den Rollenleitbildern deutscher Frauen orientieren, d.h. für sich durchaus eine qualifizierte Berufsausbildung und eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf wünschen, scheinen Männer mit Migrationshintergrund sich eher an den Rollenleitbildern ihres Herkunftslandes zu orientieren.

Die wirksame Verbesserung der Situation von Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund und die breite Akzeptanz von Gleichberechtigung als Grundwert der deutschen Rechtsordnung brauchen die Stärkung der Partizipation und der Interessenvertretung der Frauen mit ihren verschiedenen Migrations­schicksalen und -hintergründen.

Der Zugang zu Frauen mit Migrationshintergrund ist häufig schwierig. Er ist jedoch unerlässliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammen- und Integrationsarbeit. Doch hier gilt es auch zu berücksichtigen: "Die" Migrantin gibt es nicht, es bestehen erhebliche Unterschiede nach Herkunftsethnie, Religionszugehörigkeit und Lebenssituation. Dies bedeutet, dass auch differenzierte Angebote für unterschiedliche Migrantinnengruppen entwickelt werden müssen.

Entgegen ursprünglicher Annahmen planen Migrantinnen jeden Alters überwiegend den Verbleib in Deutschland. Bisher wurde im Hinblick auf einen Verbleib im Alter häufig davon ausgegangen, dass ein großer Teil der Arbeitsmigrantinnen der ersten Generation in ihre Heimat zurückkehren würde. Dies hat zur Konsequenz, dass auch im Zusammenhang mit der Lebenssituation älterer Frauen die Lebenssituation älterer Migrantinnen in den Blick genommen werden muss.