Foto: Titelbild des Politikbereichs Kinder und Jugend: Foto von Gesichtern einer Gruppe Jugendlicher

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Mi 04.06.2008

Soziale und berufliche Integration

Trotz wirtschaftlichen Aufschwungs und sinkender Jugendarbeitslosigkeit sehen noch immer zu viele Jugendliche heute keine echten Zukunftsperspektiven, vor allem keine Perspektiven auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Acht Prozent der Schülerinnen und Schüler eines Jahrgangs verlassen die Schule ohne Schulabschluss, darunter ein erheblicher Anteil an Schülerinnen und Schülern, die entweder über einen längeren Zeitraum unentschuldigt der Schule fern bleiben oder physisch anwesend sind, aber schon längere Zeit dem Unterricht nicht mehr folgen. Jede fünfte Berufsausbildung wird abgebrochen. 15 Prozent der Jugendlichen zwischen 20 und 29 Jahren haben gar keine Berufsausbildung. Fehlende Schul- und Berufsabschlüsse jedoch sind die Hauptursachen von Jugendarbeitslosigkeit.

Zur Senkung der Schulabbrecherquote initiierte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Ende 2006 das ESF-Programm "Schulverweigerung - die zweite Chance". In zunächst 74 lokalen Projekten werden Schulverweigerer vor allem von Hauptschulen, deren Schulabschluss gefährdet ist, in das Regelschulsystem reintegriert und erhalten damit eine zweite Chance. Das Programm des Europäischen Sozialfonds (ESF) wird in der Förderperiode 2007 bis 2013 fortgesetzt und soll als zentraler Beitrag der Bundesregierung zur Halbierung der Schulabbrecherquote bis 2010 im Jahr 2008 nachhaltig ausgebaut werden. 

Auch das ESF-Programm "Kompetenzagenturen" zeigt, wie die berufliche Integration von besonders benachteiligten Jugendlichen, die von den bestehenden Angeboten der verschiedenen Fördersysteme nicht (mehr) erreicht werden, durch passgenaue Angebote verbessert werden kann. Neun von zehn Jugendlichen, die das Case Management der Kompetenzagenturen erfolgreich beenden, können erfolgreich in Schule, berufsbildende oder -vorbereitende Maßnahmen, Ausbildung oder Arbeit vermittelt werden. Chancen für die Zukunft brauchen neue Kooperationen. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend setzt mit dem Programm auf flexible Netzwerke, Allianzen und eine Bündelung von Ressourcen. Kreative Lösungen gelingen nur durch die intelligente Zusammenarbeit von bestehenden Einrichtungen, Diensten und Angeboten vor Ort, insbesondere durch die Kooperation mit Trägern der Jugendsozialarbeit sowie durch Selbsthilfe der Betroffenen.

Mit der Initiative "Jugend und Chancen - Integration fördern" führt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die ESF-Programme "Schulverweigerung - Die 2. Chance" und "Kompetenzagenturen" in der ESF-Förderperiode 2007 bis 2013 mit einer zunächst dreijährigen Laufzeit vom 01.09.2008 bis 31.08.2011 fort. Die bisherigen Standorte beider Programme sollen grundsätzlich und vorbehaltlich der Erfüllung der Förderrichtlinien weitergeführt werden. Darüber hinaus soll das Programm "Schulverweigerer - Die 2. Chance" als Beitrag des Bundes zur Senkung der Schulabbrecherquote auf ca. 200 Standorte ausgebaut werden.

Das ESF-Programm "Lokales Kapital für soziale Zwecke" (LOS) stößt auch genau in diese Richtung. Auf der Grundlage von lokalen Aktionsplänen werden Mikroprojekte und kleine lokale Initiativen gefördert. Ziel ist die Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit von am Arbeitsmarkt besonders benachteiligten Menschen, insbesondere von benachteiligten Jugendlichen und jungen Menschen mit Migrationshintergrund und die Stärkung des sozialen Zusammenhalts vor Ort.

Zur sozialen und beruflichen Integration junger Menschen mit Migrationshintergrund tragen besonders die bundesweit rund 390 Jugendmigrationsdienste (JMD) bei, die jugendliche Migrantinnen und Migranten zwischen 12 und 27 Jahren am Übergang Schule/Beruf beraten und betreuen. Sie legen ihren wichtigen Schwerpunkt neben der sozialräumlichen Vernetzung der Angebote auf die Erstellung eines individuellen Integrationsförderplans. Dieser hilft jungen Neuzuwanderinnen und Neuzuwanderern im Berufsleben Fuß zu fassen und berücksichtigt ihre individuellen Kompetenzen und Interessen.