Foto: Titelbild des Politikbereichs Zivildienst Fotoausschnitt von Händen, die einem älterne Menschen Schuhe binden

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Do 06.04.2006

Zukunft des Zivildienstes

Bekenntnis zur allgemeinen Wehrpflicht und zum Zivildienst

Zivildienst ist Ersatz für den Grundwehrdienst und somit gebunden an die allgemeine Wehrpflicht. Die Bundesregierung bekennt sich zur allgemeinen Wehrpflicht als nach wie vor bester Wehrform für die Bundesrepublik Deutschland. Die Dauer und die Durchführung des Zivildienstes richtet sich daher nach den für die Wehrpflicht geltenden Regelungen.

Sozialpolitische Bedeutung des Zivildienstes

Der Zivildienst hat für die Bundesregierung eine hohe sozialpolitische Bedeutung: So ist der Einsatz von Zivildienstleistenden beispielsweise in der Betreuung von Schwerstbehinderten - Erwachsenen wie auch Kindern - kaum zu ersetzen. Zivildienstleistende haben die Betreuung von Behinderten in deren eigenem Wohnumfeld aufgebaut.

Zivildienst als Lerndienst

Im Mittelpunkt des Zivildienstes steht der Zivildienstleistende selbst. Der Zivildienst ist ein wichtiger Baustein zur Vermittlung von Querschnittskompetenzen und Schlüsselqualifikationen.

Wie verhalte ich mich auch in unbekannten Situationen? Wie schätze ich meine Fähigkeiten realistisch ein? Wann und wie muss ich Verantwortung übernehmen und wie löse ich Konflikte? Dazu schult der Zivildienst die Teamfähigkeit ebenso wie die Sensibilisierung für soziale Prozesse. Die Bundesregierung setzt daher den Schwerpunkt gezielt auf die Vermittlung von Schlüsselkompetenzen, damit die jungen Männer die Erfahrungen aus der Dienstzeit für ihr weiteres - auch berufliches - Leben gewinnbringend einsetzen können.

Anerkennung des Zivildienstes für Ausbildung und Beruf

Ein weiterer Anreiz zum Zivildienst ist seine Anerkennung für Ausbildung und Beruf. Schon jetzt kann der Zivildienst als Praktikum für schulische oder bestimmte berufliche Ausbildungen angerechnet werden. Auch das qualifizierte Dienstzeugnis, das die Tätigkeiten während der Zivildienstzeit dokumentiert, hilft oftmals bei den ersten Schritten in die Arbeitswelt. Zurzeit entwickelt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend einen Modellversuch, der darüber hinaus die individuelle Zertifizierung für Zivildienstleistende erprobt. Ein solches Zertifikat soll das Wissen im jeweiligen Einsatzgebiet nachweisen und ebenfalls zur Vorlage bei der Studien- und Berufswahl dienen. In Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung wird darüber hinaus geprüft, ob gegebenenfalls die gesamte Zivildienstzeit in eine Ausbildung integriert werden kann.

Praktische Orientierung der Lehrgänge

Kompetente Einweisungen, fachbezogene Einführungslehrgänge, Begleitung und Reflexion werden eng mit den einzelnen Tätigkeitsbereichen verzahnt. Dazu gehört auch eine stärkere Einbeziehung der Dienststellen in die Lernprozesse der jungen Männer sowie eine enge Zusammenarbeit der Zivildienstschulen mit den Zivildienststellen. Ziel ist eine stärkere Vernetzung zwischen den Einweisungen vor Ort und den fachlichen Einführungen an den Zivildienstschulen. Hierzu finden derzeit verschiedene Modellprojekte an den Zivildienstschulen statt.