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Europäische Union

Die Europäische Kommission hat 1996 ihren Einstieg in Gender Mainstreaming u.a. wie folgt beschrieben:

Bei Gender Mainstreaming ?geht es darum, die Bemühungen um das Vorantreiben der Chancengleichheit nicht auf die Durchführung von Sondermaßnahmen für Frauen zu beschränken, sondern zur Verwirklichung der Gleichberechtigung ausdrücklich sämtliche allgemeinen politischen Konzepte und Maßnahmen einzuspannen, indem nämlich die etwaigen Auswirkungen auf die Situation der Frauen bzw. der Männer bereits in der Konzeptionsphase aktiv und erkennbar integriert werden ("gender perspective"). Dies setzt voraus, dass diese politischen Konzepte und Maßnahmen systematisch hinterfragt und die etwaigen Auswirkungen bei der Festlegung und Umsetzung berücksichtigt werden."

"Die Maßnahmen zur Gleichstellung erfordern ein ehrgeiziges Konzept, das von der Anerkennung der weiblichen und der männlichen Identität sowie der Bereitschaft zu einer ausgewogenen Teilung der Verantwortung zwischen Frauen und Männern ausgehen muß."

"Förderung der Gleichstellung ist nämlich nicht einfach der Versuch, statistische Parität zu erreichen : Da es darum geht, eine dauerhafte Weiterentwicklung der Elternrollen, der Familienstrukturen, der institutionellen Praxis, der Formen der Arbeitsorganisation und der Zeiteinteilung usw. zu fördern, betrifft die Chancengleichheit nicht allein die Frauen, die Entfaltung ihrer Persönlichkeit und ihre Selbständigkeit, sondern auch die Männer und die Gesellschaft insgesamt, für die sie ein Fortschrittsfaktor und ein Unterpfand für Demokratie und Pluralismus sein kann."

"Die Unterschiede zwischen den Lebensverhältnissen, den Situationen und Bedürfnissen von Frauen und Männern systematisch auf allen Politik- und Aktionsfeldern der Gemeinschaft zu berücksichtigen, das ist die Ausrichtung des « Mainstreaming »-Grundsatzes, den die Kommission verfolgt. Es geht dabei nicht nur darum, den Frauen den Zugang zu den Programmen und Finanzmitteln der Gemeinschaft zu eröffnen, sondern auch und vor allem darum, das rechtliche Instrumentarium, die Finanzmittel und die Analyse- und Moderationskapazitäten der Gemeinschaft zu mobilisieren, um auf allen Gebieten dem Bedürfnis nach Entwicklung ausgewogener Beziehungen zwischen Frauen und Männern Eingang zu verschaffen."

Dabei wendet die Europäische Kommission ein Bündel von Maßnahmen, Strategien und Methoden an

  • Doppelter Ansatz = "Gender Mainstreaming" + spezifische Maßnahmen

  • Bewertung der geschlechtsspezifischen Auswirkungen & Gleichstellungsprüfung

  • Mobilisierung aller Kommissionsdienststellen

  • Verankerung von Verantwortung

  • Training & Schaffung von Problembewußtsein unter Verantwortlichen

  • Monitoring, Benchmarking und Aufschlüsselung von Statistiken und Daten nach Geschlecht

  • Strukturen:
    Kommissarsgruppe zur Chancengleichheit
    Gleichstellungsgruppe der Vertreter/innen aller Kommissionsdienststelle
    Beratender Ausschuß für die Chancengleichheit von Frauen und Männern

Mehr dazu auf der Gender Equality Website.