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Glossar
Chancengleichheit / Ergebnisgleichheit | Der Begriff der Gleichheit kann verschieden interpretiert werden.Die Chancengleichheit verlangt, dass jeder Mensch, unabhängig vom Geschlecht, die gleichen Chancen (im Sinne von Ausgangsbedingungen) haben soll. Hierzu kann diskutiert werden, ob die Schaffung der gleichen Ausgangsbedingungen ausreicht oder ob zusätzlich dafür gesorgt werden muss, dass auch die gleichen Möglichkeiten bestehen, diese Ausgangsbedingungen nutzen zu können.Ergebnisgleichheit ist der Gegenbegriff: Danach wird Gleichheit nicht nach den Ausgangsbedingungen, sondern nach den Resultaten beurteilt. |
Diskriminierung/ Benachteiligung | Diskriminierung bedeutet Benachteiligung, .Herabsetzung, Ausgrenzung. Im engeren Sinne versteht man unter Diskriminierung die Benachteiligung von Gruppen (zumeist Minderheiten) aufgrund von willkürlichen Merkmalen wie Herkunft, ethnischer, politischer oder religiöser Zugehörigkeit, sozialen Gewohnheiten, sexuellen Neigungen, Sprachen, Geschlecht oder äußerlichen Merkmalen wie Hautfarbe oder Augenfarbe. Sie steht dem elementaren Grundsatz der Gleichheit der Rechte aller Menschen entgegen. Diese Benachteiligung kann in Einschränkungen in jeglichen Ebenen des Lebens bestehen, insbesondere in Einschränkungen an der Teilnahme am öffentlichen Leben (Ausgrenzung), Einschränkung der Freizügigkeit, Einschränkungen bei Ausbildung, Berufsausübung oder Entgelt. Das Benachteiligungsverbot aufgrund des Geschlechtes ist in Art. 3 II Grundgesetz verankert. Mit dem Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes vom 27.10.1994 wurde ein neuer Satz 2 in Art. 3 II GG eingefügt: "Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin." |
Feminismus | Politische Aktivitäten, die auf unterschiedliche Weise darauf abzielen, die Situation von Frauen zu verbessern. |
Frauenförderung | Mit Frauenförderung werden Maßnahmen bezeichnet, die speziell auf die Förderung von Frauen (Abbau von Diskriminierungen und Herstellung von tatsächlicher Gleichstellung) gerichtet sind. Eine Maßnahme in diesem Zusammenhang ist beispielsweise die Quotenregelung: Durch eine solche Vorgabe wird das Ziel der Erhöhung des Frauenanteils in Bereichen, in denen Frauen unterrepräsentiert sind, verfolgt. |
Frauenpolitik | Frauenpolitik ist ein Politikbereich, bei dem es um die Förderung der Gleichstellung von Frauen in allen Lebensbereichen geht.. |
Gender | Der Begriff bezeichnet die gesellschaftlich, sozial und kulturell geprägten und damit veränderbaren Geschlechtsrollen von Frauen und Männern. Gelegentlich wird der Begriff "Gender" dem Begriff "Sex" gegenüber gestellt. "Sex" wird verwendet für die Differenzierung von Menschen nach ihrem biologischen Geschlecht (Mann, Frau, Intersexuelle). Die Differenzierung ist umstritten. |
Gender Budgeting | Gender Budgeting ist das finanzpolitische Instrument des Gender Mainstreaming. Dabei geht es vor allem um eine gendersensible Analyse und Berichterstattung der Haushaltsansätze. |
Gender Kompetenz | Gender Kompetenz ist das Wissen, das notwendig ist, um Maßnahmen und Entscheidungen durchgängig geschlechterdifferenziert analysieren und gleichstellungsorientiert im Sinne des Gender Mainstreaming umsetzen zu können. Grundlegend für Gender Kompetenz ist das Wissen über die Vorgaben der Strategie Gender Mainstreaming sowie das Wissen über die Situation der Geschlechter in der Gesellschaft. |
Gender Mainstreaming | Bei allen gesellschaftlichen Vorhaben werden die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern von vorneherein berücksichtigt. Gender Mainstreaming ist damit ein Prinzip/eine Strategie zur Veränderung von Entscheidungsprozessen. |
Geschlechtergerechte/ Geschlechtersensible Sprache | Mit Sprache bzw. der Wortwahl wird ein vorhandenes Objekt nicht nur "bezeichnet", sondern darüber hinaus das Objekt auch "beschreiben und bewertet". Sprache und Wortwahl schafft damit auch Bedeutung und Bewertung eines Objektes bei denjenigen, die die Worte empfangen. Geschlechtergerechte Sprache berücksichtigt dies, indem sie sichtbar macht, ob Frauen und/oder Männer gemeint sind. Das sogenannte "generische Maskulinum", bei dem Frauen "mitgemeint" sein sollen, ist gerade keine geschlechtergerechte Sprache. |
Gleichstellung / Gleichberechtigung | Gleichstellung meint die tatsächliche Gleichheit. Sie ist nur möglich, wenn es keine Diskriminierungen gibt. Gleichstellung meint damit Gleichbehandlung. Gleichberechtigung stellt vom Wortlaut her zunächst auf die formale Gleichbehandlung durch das Recht ab. Das Gleichstellungsgebot ist heute als Staatsziel in Artikel 3 Absatz 2 Satz 2 Grundgesetz normiert. |
Intersexualität | Intersexualität meint die nach den äußeren Geschlechtsmerkmalen unmögliche eindeutige Zuordnung zum männlichen oder weiblichen Geschlecht. Gelegentlich wird auch noch gesprochen von: Zwittertum, Hermaphrodismus, Hybriden. Da juristisch und medizinisch bisher nur zwischen den Geschlechtern Frau und Mann differenziert wird, ist eine Einordnung nicht möglich. |
Mainstreaming | Der Begriff bezeichnet eine "Hauptströmung" im Sinne einer durchgängigen Berücksichtigung, eines ständigen Mitdenkens von Auswirkungen. |
Managing Diversity | Ein betriebswirtschaftlicher Ansatz, der zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens durch Änderung der Oranisationskultur beitragen soll. Typisch männliche und typisch weibliche Eigenschaften sollen in Bezug auf das Unternehmensziel genutzt werden. |
Total Equality | Ein unternehmerischer Ansatz, der davon ausgeht, dass die Gleichstellung der Geschlechter von Unternehmen berücksichtigt werden sollte, da Produkt- und Prozessqualitäten durch die Einbeziehung von speziellen Potentialen von Frauen/Männern erhöht werden können. |
Transsexualität | Von Transsexualität wird gesprochen, wenn sich Personen vollständig dem anderen Geschlecht zugehörig fühlen und die entsprechend andere soziale Rolle leben wollen. Transsexualität ist kein Fall der sexuellen Orientierung (Homo- oder Heterosexualität). |

