Sachsen
Kurzdarstellung zu Gender Mainstreaming im Freistaat Sachsen
Die Sächsische Staatsregierung hat sich in einem Grundsatzbeschluss vom 6.01.2004 zu der auf internationaler Ebene entwickelten Politik- und Organisationsstrategie "Gender Mainstreaming" (GM) als politischem Leitprinzip und geeigneter Strategie zur Durchsetzung der Chancengleichheit von Frauen und Männern bekannt. Sie sieht darin eine notwendige und sinnvolle Ergänzung zur klassischen Frauenförderpolitik sowie einen wirksamen Beitrag zur kontinuierlichen Weiterentwicklung der bisher im Freistaat Sachsen geleisteten Gleichstellungspolitik.
Am 15.03.2005 hat die Staatsregierung beschlossen, Gender Mainstreaming in den obersten Landesbehörden einzuführen und damit einen Paradigmenwechsel in der Gleichstellungspolitik des Freistaates Sachsen einzuleiten. Das Sächsische Staatsministerium für Soziales (SMS) hat dabei eine Vorreiterrolle übernommen und auf der Grundlage der im eigenen Haus gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse beim GM-Einführungsprozess ein "Konzept zur Einführung von Gender Mainstreaming in den obersten Landesbehörden" erarbeitet, das der Staatsregierung als Orientierungshilfe für die jeweils eigenverantwortliche Umsetzung in den Ressorts dient.
Im Oktober 2005 hat sich ein Interministerieller Arbeitskreis "Gender Mainstreaming" unter Leitung des SMS konstituiert, dem alle GM-Ansprechpartner/-innen der Ressorts der Staatsregierung angehören.
Das Ziel der Einführung von Gender Mainstreaming in den Staatsministerien besteht darin, genderbezogene Benachteiligungen bei unterschiedlichen Zielgruppen (Lebensmuster, Kompetenzen, Tätigkeiten) abzubauen bzw. zu vermeiden.
Dafür ist es erforderlich, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die an Konzepten, Vorhaben und Maßnahmen der Verwaltung mitwirken, in die Lage zu versetzen, die gleichstellungsrelevanten Aspekte ihres Tätigkeitsfeldes zu erkennen und die Bewertung genderbezogener Auswirkungen als einen selbstverständlichen Bestandteil in ihr alltägliches praktisches Handeln einzubeziehen.
Der Einführungsprozess erfolgt über konkrete themenbezogene und anwendungsorientierte Pilotprojekte in den einzelnen Ressorts der Staatsregierung. Im Rahmen eines von bisher fünf GM-Pilotprojekten des SMS wurden z.B. Gender-Mainstreaming-Aspekte in den Sächsischen Bildungsplan für pädagogische Fachkräfte in Kindergärten und Kinderkrippen integriert.
Das SMS hat außerdem eine Broschüre zu Gender Mainstreaming im Freistaat Sachsen veröffentlicht (www.sms.sachsen.de). Sie trägt den Titel: "Konzept zur Umsetzung von Gender Mainstreaming auf unterschiedlichen Ebenen und in verschiedenen Bereichen".
