Titelgrafik Wissensnetz

Inhaltsbereich

Wissensgrundlagen zur Anwendung von Instrumenten

Instrumente und Arbeitshilfen beruhen auf spezifischen Grundlagen. Zur erforderlichen Gender-Kompetenz gehören in der Verwaltung insbesondere das Wissen um die Strategie GM selbst, also zur Bedeutung von Gender und Mainstreaming, Wissen zu Fakten und Daten und Wissen zu Fragen der Beteiligung. Weiter sind Kenntnisse erforderlich zu geschlechtsspezifischen Verzerrungseffekten (Gender Bias), zu Stereotypisierungen in der Wahrnehmung und zu geschlechtsbezogener Diskriminierung.

Mit Arbeitshilfen und Instrumenten wird die Umsetzung von Gender Mainstreaming in den unterschiedlichen Handlungsfeldern der öffentlichen Verwaltung gefördert:

Instrumente

Als "Instrumente" werden alle Verfahren, Organisationsstrukturen, Daten und Arbeitshilfen bezeichnet, die Leitungskräfte bei der Wahrnehmung ihrer Führungsverantwortung im Rahmen von GM und Beschäftigte bei der Umsetzung von GM in der Facharbeit zur Unterstützung einsetzen können.

Für die unterschiedlichen Aufgaben können jeweils zugeschnittene Instrumente genutzt werden:

  • Instrumente für die institutionelle Verankerung von Gender Mainstreaming, z.B. Beratung, Konsultation von Externen, Fachtagungen,
  • Instrumente zur Koordination, z.B. Lenkungsgruppen, Stabstellen, oder Projektgruppen,
  • Instrumente zur internen und externen Beteiligung,
  • Instrumente zur ausgewogenen Repräsentation der Geschlechter auf allen Entscheidungsebenen.

Nach ihren Funktionen und Aufgaben werden die Instrumente systematisiert in:

  • Instrumente für die Erschließen von Wissen und die Vermittlung von Kompetenzen mit den Elementen Fortbildung, Kooperation mit Externen, Wissensmanagement,
  • Instrumente für die konkrete Facharbeit mit Arbeitshilfen, geschlechtsdifferenzierten Daten und Statistiken, Ergebnissen der Frauen- und Geschlechterforschung.

Arbeitshilfen

Für die Umsetzung von GM in der Facharbeit werden Arbeitshilfen eingesetzt. Arbeitshilfen sind Anleitungen für die gleichstellungsorientierte Bearbeitung von Fachaufgaben. Die Entwicklung von Arbeitshilfen und ihre kontinuierliche Optimierung sind Teil der Strategie GM.

In Arbeitshilfen werden Arbeitsabläufe systematisch und damit idealtypisch dargestellt. Darin werden die Arbeitsschritte, bei denen eine geschlechtsdifferenzierte Betrachtung oder eine gleichstellungsorientierte Vorgehensweise möglich und erforderlich ist, ausgewiesen. Einige Arbeitshilfen enthalten auch Hinweise auf Fundstellen für geschlechtsdifferenzierte Daten, die als Arbeitsgrundlage benötigt werden. In anderen Arbeitshilfen werden Beispiele oder Memopunkte als Anregung genutzt, häufig werden Fragen formuliert, in denen gleichstellungsrelevante Aspekte thematisiert werden. Mit der kontinuierlichen Anwendung der Arbeitshilfen wächst daher auch die fachbezogene Kompetenz zu Gleichstellungsaspekten.

Mit klaren und verbindlichen Vorgaben durch die Leitung zur Anwendung von Arbeitshilfen (Führungsverantwortung) und die systematische Einführung in fachbezogene und praktische Fortbildungsangebote wird der effektive und erkenntnisreiche Einsatz von Arbeitshilfen unterstützt.

Internationale Instrumente und Arbeitshilfen

In einigen europäischen und außereuropäischen Ländern und in verschiedenen Organisationen wurde früher als in der Bundesrepublik Deutschland damit begonnen, Instrumente und Arbeitshilfen für die Umsetzung von GM zu entwickeln.

Beispiele:

Gender Management System des Commonwealth Sekretariats: Es enthält aufgaben- und politikfeldspezifische Instrumente u.a. zu Finanzen, Handel und Industrie, Wissenschaft und Technology, jeweils mit "Quick Guide" sowie ausführlichem "Manual".

Database of Instruments for Gender Mainstreaming (DIGMA): Dies ist eine internationale Sammlung von Instrumenten: [http://www.dbscape.be/cgi-bin/digma/cgint.exe/100633-35?9&1000=1&ULANG=EN Link 'Free Search']

Beispiel: Einführung einer Arbeitshilfe
Vom Referat Gender Mainstreaming, das die Geschäftsführung der IMA GM inne hat, gibt es ein

  • Papier zur "Funktion der Arbeitshilfe GM bei der Vorbereitung von Rechtsvorschriften" und ein
  • Papier zu "Möglichkeiten zur Einführung der Arbeitshilfe GM bei der Vorbereitung von Rechtsvorschriften in der Erprobungsphase".

Nähere Informationen hierzu finden Sie hier