Vorteile und Effekte von Gender Mainstreaming
Die Strategie Gender Mainstreaming (GM) zielt grundsätzlich auf Gleichstellung, also auf die Verwirklichung einer in der Verfassung vorgegebenen Staatsaufgabe. Die Umsetzung von GM hat darüber hinaus weitere Vorteile und Effekte. Dazu gehört insbesondere eine weitergehende Systematisierung der eigenen Arbeit, die Zielgruppendifferenzierung in der Planung und Umsetzung von Maßnahmen, die genauere Kenntnis der Wirkungsbedingungen des eigenen Handelns, auch im Hinblick auf mittelbare Folgen, der Gewinn an Wissen um "Gender" als einer wichtigen Strukturkomponente der Gesellschaft, die Fähigkeit, auch mittelbare, implizite und unbeabsichtigte Diskriminierungen von Männern und von Frauen zu vermeiden.
Dies wird an Beispielen zu Vorteilen und Effekten von GM aus der Bundesverwaltung deutlich. Daneben liegen in den Faktoren der Strategie des GM weitere Vorteile und Effekte, die von der Verwaltung produktiv genutzt werden können.
Beispiele zu Vorteilen und Effekten von Gender Mainstreaming für die Bundesverwaltung.
Die Strategie Gender Mainstreaming (GM) ist auch Teil der Modernisierung der Verwaltung mit der Orientierung auf effizienteres, insbesondere zielgruppendifferenziertes und nachhaltiger wirkendes Handeln. Dazu tragen verschiedene Faktoren bei:
- Die Qualität politischer Entscheidungen wird durch die präzisere Zielgruppenorientierung erhöht.
Beispiel: Gesetze und Maßnahmen für die Kinder- und Jugendhilfe, die sich nicht nur auf Kinder allgemein beziehen, sondern auf die Bedürfnisse von Jungen und Mädchen gesondert zugeschnitten sind, können eine breitere und tiefere Wirkung erzielen.
- Die Qualität von Dienstleistungen wird erhöht, weil Bedürfnisse und Lebenslagen systematischer und genauer erfasst werden.
Beispiel: Eine Landesregierung versucht, ihre Politik den Bürgern und Bürgerinnen über das Internet zugänglich zu machen. Wird konsequent die Strategie GM verfolgt, muss sie dabei die unterschiedliche Internetnutzung von Frauen und Männern berücksichtigen. Dabei fällt auf, dass viele Frauen überhaupt keinen Internetzugang haben, während Männer dieses Medium eher nutzen. Zudem sind unterschiedliche Frauen und unterschiedliche Männer zu adressieren: Junge Internet nutzende Frauen und Männer und alte Frauen und Männer, die eher technikferner sind. Um Informationen für alle Bürgerinnen und Bürger gleichmäßig zu streuen, müssen daher neben "dem Netz" noch andere Wege der Ansprache gefunden werden.
- Das Image des öffentlichen Dienstes als attraktiver Arbeitgeber, der nach außen und innen die Belange der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter berücksichtigt, wird verbessert.
Beispiel: Durch die öffentliche Bekanntmachung der Anwendung von GM auch innerhalb der Personalstrukturen der Verwaltung wird deutlich, dass in der Personalführung und -entwicklung wirklich auch die unterschiedlichen Interessen von Frauen und Männern, insbesondere ihre sozialen Verpflichtungen berücksichtigt werden. So wird die Ernsthaftigkeit und Glaubwürdigkeit des öffentlichen Dienstes gestärkt.
- Die Arbeitszufriedenheit des Personals in der Verwaltung wird erhöht, wenn GM erfolgreich umgesetzt wird.
Beispiel: Wenn die Gleichstellungs-Prüfung innerhalb der alltäglichen Arbeitsabläufe in der Verwaltung zur Routine wird, die gesellschaftlichen Felder, in denen Verwaltung interveniert, genauer erfasst werden und GM keine Mehrarbeit, sondern besseres Arbeiten bedeutet, wird die Akzeptanz und die Zufriedenheit mit dem Arbeitsergebnis zunehmen.
- Starre und unproduktive Arbeitsstrukturen und -kulturen können durch das Aufbrechen von geschlechtsspezifischen Monokulturen und durch die gleichmäßige Repräsentation von Frauen und von Männern schneller und besser überwunden werden.
Beispiel: Neue Formen der gemischten Teamarbeit und Kommunikation innerhalb der Verwaltung können so erprobt werden. Außerdem erhalten ressort- und fachübergreifende Arbeitsgruppen mehr Bedeutung und Aufmerksamkeit für ihre Arbeitsergebnisse.
