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Genderkompetenz als ein Aspekt der Fachkompetenz

Die Grundlage für die erfolgreiche Umsetzung von Gender Mainstreaming (GM) in der öffentlichen Verwaltung ist die Gender-Kompetenz aller Beschäftigten. Gender-Kompetenz bezieht sich dabei auf das Ziel der Gleichstellung und auf das Wissen um die Bedeutung von Gender im eigenen Aufgabenbereich.


Voraussetzung für Gender Mainstreaming ist das Vorhandensein von Gleichstellungskompetenz in staatlichen Organisationen. Darunter wird das Wissen über vorhandene Erkenntnisse und Faktoren, die die ungleichen Machtverhältnisse zwischen Männern und Frauen bestimmen ebenso verstanden, wie Strategien die über diese Machtverhältnisse beeinflussen und verändern können. Mitarbeitende müssen in der Lage sein, die gleichstellungsrelevanten Aspekte ihres jeweiligen Tätigkeitsfeldes zu erfassen und in ihre Handlungspraxis einzubeziehen. (Sachverständigenrat der niederländischen Regierung zur Gleichstellungspolitik, Emancipatieraad, Von der Marginalisierung in den Mainstream, 1997).


Mit kontinuierlichen und auf die Praxis bezogenen Angeboten an Fortbildung erhalten alle Bediensteten die Möglichkeiten, sich Gender-Kompetenz anzueignen. Eine Unterstützung erhalten sie darüber hinaus durch die Kooperation mit Externen.

Drei wichtige Elemente von Gender-Kompetenz:

  • Sensibilität für Diskriminierungen und die Motivation, einen Beitrag zu ihrer Beendigung zu leisten;
  • Wissen um GM als Strategie und als Methode mit unterschiedlichen Instrumenten und Arbeitshilfen, sowie Sicherheit in deren Anwendung;
  • Wissen um Gender-Aspekte im eigenen Aufgabengebiet im Sinne der Kenntnis der Komplexität der Geschlechterverhältnisse in der Gesellschaft (Fakten). Gerade dieses Fachwissen zu Gender-Aspekten hat große Bedeutung.

Fachwissen zu Gender-Aspekten

Das Fachwissen zu GM hat mehrere Komponenten:

  • Wissen um Geschlechterdifferenzen und -hierarchien
  • Wissen um die materiellen Dimensionen von Geschlecht als soziales Ordnungsprinzip bei der Verteilung von Ressourcen,
  • Wissen um normative Dimensionen von Geschlecht als Prinzip für die Gestaltung und Wirkung von Normen in Recht und in der Lebenswirklichkeit,
  • Wissen um die kulturelle Dimension von Geschlecht, wie sie beispielsweise in Leitbildern von Institutionen, in Symbolen und Vorstellungen ausgedrückt sind,
  • Wissen um politische Dimensionen von Geschlecht als Grundlage von spezifischen Machtverhältnissen und Widerständen.

Wissen um Gleichstellung

  • Wissen um die rechtlichen Grundlagen von GM,
  • Wissen um Geschlechterhierarchien als Formen der Diskriminierung,
  • Wissen um die Dynamik und Mechanismen von Diskriminierung und deren Folgen.