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Zusammenarbeit mit Externen

Die Umsetzung von Gender Mainstreaming kann durch eine kurzfristig oder längerfristig angelegte fachbezogene Beratung von Expertinnen und Experten unterstützt und gefördert werden, an die allerdings bestimmte Anforderungen zu richten sind. Ebenso können externe Fachkräfte mit den für die Umsetzung notwendigen Fortbildungsmaßnahmen auf der Fach- und auf der Führungsebene beauftragt werden.
Externe Expertinnen und Experten, die die Verwaltung bei der Umsetzung von Gender Mainstreaming unterstützen, müssen nachweislich über Gender-Kompetenz und möglichst auch über entsprechende Referenzen verfügen. Die Gender-Kompetenz lässt sich anhand spezifischer Indikatoren im beruflichen Lebenslauf ermitteln.

Anforderungen an externe Expertinnen und Experten sind:

  • Kenntnisse zu regelhaften Aufgaben und Arbeitsabläufen der öffentlichen Verwaltung und ihrer organisatorischen Umsetzung innerhalb ihrer hierarchischen Strukturen, sowie Kenntnis der Regelung von Kompetenzverteilung und Zuständigkeiten für die Implementierung von Gender Mainstreaming.
  • Fachbezogene Kenntnisse zu dem Zuständigkeitsbereich des Ressorts und zu dessen Gleichstellungsrelevanz. Insbesondere sollten Externe die aktuellen Ergebnisse der Geschlechterforschung im jeweiligen Fachgebiet kennen, so dass sie sie für den Beratungs- oder Fortbildungsprozess für den spezifischen Bedarf der Verwaltung aufbereiten können.
  • Kenntnisse zur Bedeutung von formalen Machtstrukturen und informellen Kommunikationsstrukturen, um einschätzen zu können, ob und wie die richtigen/wichtigen Personen einbezogen sind oder am Prozess teilnehmen, welchen Bedarf die handelnden Personen haben, um den Umsetzungsprozess voranzubringen und inwieweit andere in informellen Zusammenhängen als Motoren/treibende Kräfte funktionieren; so z.B. auch um die formalen Funktionen und die informelle Bedeutung der Gleichstellungsbeauftragten für den Implementierungsprozess ermitteln zu können.
  • Kenntnisse zur Bedeutung des Zusammenhangs von fachlichem Wissen in der Verwaltung und den politischen Anforderungen an die Verwaltung. Denn die beiden Handlungsebenen der Verwaltung, die administrative und die politische, werden nicht nur auf der Führungsebene vermittelt, sondern auch in der Arbeit der Fachreferate, der Arbeitsebene.
  • Kenntnisse zu den grundlegenden Mechanismen der Personalentwicklung in der öffentlichen Verwaltung, um auch die handelnden Personen und ihre spezifischen Interessen auf allen Ebenen der Hierarchien einschätzen zu können.

Diese Kenntnisse werden regelmäßig nicht nur durch Studien erworben, sondern beruhen auch auf Erfahrungen in der beruflichen Praxis. Daher ist es wichtig, Externe für die Implementierung und Umsetzung von Gender Mainstreaming zu gewinnen, die bereits Erfahrungen in der Arbeit mit öffentlicher Verwaltung haben. Wichtig ist auch, dass die externen Fachkräfte eine positive Haltung gegenüber den Besonderheiten der Verwaltung vermitteln, u.a. zur Rechtsförmigkeit des Handelns, zu den formalisierten Verfahren, Zuständigkeitsregelungen oder zur Hierarchie, um Informationen vorurteilsfrei einordnen zu können und in der Beratung glaubwürdig zu sein.

Einige Indikatoren für Gender-Kompetenz im beruflichen Lebenslauf:

  • Ausbildung: Eine spezialisierte Ausbildung in Frauen- und Geschlechterforschung, Frauenforschung oder Geschlechterstudien an ausländischen Universitäten, Ausbildung in spezialisierten Institutionen, Fachkompetenz in bestimmten Politikfeldern in Verbindung mit deren Geschlechterrelevanz;
  • Erfahrung: Relevante, nachweisbare Berufserfahrung auf dem Gebiet der Frauen- und Geschlechterforschung oder der Gleichstellungspolitik und fachbezogen in spezifischen Politikfeldern;
  • Kontakte: Mitgliedschaft in Beruforganisationen, Netzwerken oder Redaktionen, die auch Gender-Aspekte in ihrem jeweiligen Themenbereich bearbeiten.