Mit dem Begriff "Diversity" wird international eine Strategie zur Erhaltung der "Vielfalt" bezeichnet. Der Begriff stammt aus der ökologischen Bewegung, wo sich "Diversity" vor allem gegen die Monokulturen der weltweit agierenden Landwirtschaftsindustrie (Agrobusiness) wendet. Heute zielt "Diversity" neben der biologischen Vielfalt auch auf wirtschaftliche, kulturelle und soziale Vielfalt. Als "Diversity Management" ist dieser Ansatz international in die Personalentwicklung von Unternehmen eingeführt und in der Literatur beschrieben worden. Diversity Management zielt im Kern auf die optimale Ausnutzung personeller Ressourcen.
Diversity Management und Gender Mainstreaming haben einiges miteinander gemein:
Zwischen Diversity Management und Gender Mainstreaming (GM) gibt es aber in der bisherigen Praxis auch bedeutende Unterschiede:
GM und Diversity Management können folglich auch sinnvoll miteinander verknüpft werden, wenn sich Diversity Management eindeutig gegen Diskriminierungen stellt und "Gender" neben anderen sozialen Strukturmerkmalen als eine wesentliche Kategorie anerkennt, die Gesellschaft heute prägt. Dafür müssen sich die Ziele, die bislang mit Diversity Management verfolgt werden, aber erweitern.
Ziele von Diversity Management
Diversity benennt das Mosaik von Menschen, die eine Vielfalt von Lebens- und Berufserfahrung, Sichtweisen und Werten als Kapital in ihren Arbeitsbereich einbringen. Diversity Management zielt dann als Personalentwicklungsstrategie darauf, diese Unterschiede gezielt wahrzunehmen und bewusst anzuerkennen, um daraus Nutzen für den wirtschaftlichen Erfolg zu ziehen. Mit Diversity Management versucht die Wirtschaft also, die Vielfalt der Humanressourcen des Unternehmens produktiv für den wirtschaftlichen Erfolg zu nutzen. Diversity Management ist damit vorrangig eine Strategie zur Verbesserung der Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens. Gemischte Teams gelten als wesentlich effizienter in der Entwicklung neuer Güter und Dienstleistungen. Vor allem in den USA hat sich gezeigt, dass Unternehmen beim "Abschöpfen der Kaufkraft" erfolgreicher sind, wenn es gelingt, mit ihren Leistungen unterschiedliche Kundinnen- und Kundengruppen zufrieden zu stellen. Also können mit Methoden des Diversity Management neue Kundenpotenziale erschlossen werden, z.B. Frauen in der modernen Informationstechnologie.
Entsprechend dieser primär auf ökonomische Ziele orientierten Logik werden auch die Ziele von Diversity Management formuliert.
Diversity Management ist danach eine Strategie, mit der
Als wesentliche Erfolgsfaktoren für Unternehmen in der Strategie des Diversity Management gelten u.a.:
Literaturhinweise:
Assig, Dorothea/Beck, Andrea, Frauen revolutionieren die Arbeitswelt - Das Handbuch zur Chancengerechtigkeit, 1996.
Krell, Gertraude (Hrsg.), Chancengleichheit durch Personalpolitik (3), 2001.
Ladwig, H., Desiree, Team-Diversity - Die Führung gemischter Teams. In.: Rosenstiel, L. von (Hg.).Führung von Mitarbeitern, Stuttgart, 1999.
Broschüre: Frauen - Macht - Karriere, Diversity-Potenziale der Unterschiedlichkeit, Dokumentation der Veranstaltung, IHK, Frankfurt am Main.
Kreß, Brigitta, Frauen in Führungspositionen. Diskriminiert, hofiert, ignoriert, in: Nuber, Ursula (Hg.), Wir wollten alles - was haben wir nun? Eine Zwischenbilanz der Frauenbewegung, 1993.